Mahlertshof 4 • 36151 Burghaun

Angewandte diagnostische und therapeutische Verfahrensweisen

Medizinischer Bereich

Diagnostik
Behandlung
Behandlung

Zur Routinediagnostik gehören die klinische Untersuchung aller Patienten am Aufnahmetag durch den leitenden Arzt (Internist/Psychotherapeut). Zusätzlich wird ein psychiatrischer Status vom leitenden Arzt (Psychiater) unserer Schwesterklinik erhoben. Darüber hinaus werden während der ersten Behandlungstage bei allen Patienten weitere apparative Untersuchungen durchgeführt: EKG, Lungenfunktionsprüfung, Sonografie der Bauchorgane und ein umfassendes Labor-Screening.

Abhängig von den erhobenen Befunden wird eine weitergehende Diagnostik durchgeführt. Innerhalb des Hauses kommen Belastungsergometrie, Echocardiografie, Sonografie der Schilddrüse sowie 24 h RR-Messung zum Einsatz. Neurologische Diagnostik findet in enger Kooperation mit einer Neurologischen Praxis am Ort statt. Alle gängigen fachspezifischen Untersuchungen sind dort kurzfristig möglich. Vorstellungstermine bei Ärzten anderer Fachrichtungen werden nach Maßgabe des leitenden Arztes von uns organisiert.

Medikamentöse Versorgung

Bestehende medikamentöse Behandlungen werden im Prinzip weitergeführt und evtl. an Hand der vorliegenden Befunde korrigiert. Die Tabletteneinnahme erfolgt unter der Aufsicht einer medizinischen Mitarbeiterin oder der diensthabenden Therapeuten. Eigene Medikamente dürfen nicht im Patientenzimmer gelagert werden. Im Bedarfsfall sind  auch Infusionsbehandlungen möglich, z.B. bei ausgeprägter Polyneuropathie.

Physiotherapie
Physiotherapie
Physiotherapie

Zur Mitbehandlung der weit verbreiteten Erkrankungen des Bewegungsapparates steht uns eine Physikalische Abteilung zur Verfügung. Nach ärztlicher Verordnung werden sowohl Massagen mit Wärmeapplikationen, Elektrobehandlungen sowie Kneipp-Verfahren als auch gezielte Bewegungsübungen eingesetzt. Auf das zum Therapiekonzept gehörende Sportprogramm wird an anderer Stelle ausführlich eingegangen. (siehe Abschnitt 16)

Zusätzliche medizinische Maßnahmen sind:

•     Klärung sozialmedizinischer Fragestellungen,

•     Ernährungsberatung bei Stoffwechselstörungen (allgemeine Ernährungsberatung),

•     Anregung zur Überprüfung von Ernährungsgewohnheiten,

•     Motivierung für ein aktives Körper- und Gesundheitstraining,

•     Indikationsstellung und Verordnung von Wassergymnastik, Einzel- und Gruppenkrankengymnastik und Physiotherapie

•     Förderung der Übernahme von Verantwortung für den eigenen Körper (Problematisierung von Nikotinabusus und Übergewicht),

•     Behandlung interkurrenter Erkrankungen.

Ärztliche und pflegerische Betreuung

Es stehen an allen Wochentagen eine Krankenschwester und eine Arzthelferin als Ansprechpartner bereit. Ärztliche Sprechstunden werden ebenfalls täglich angeboten. Einmal pro Woche werden alle Patienten zu einer Visite bestellt, um vorliegende Befunde, weiteres Vorgehen und den Verlauf der ärztlichen  Therapie zu besprechen. Von 16.00 Uhr bis 8.00 Uhr sowie an Wochenenden und Feiertagen besteht eine ärztliche Rufbereitschaft, die von den beiden leitenden Ärzten der Kliniken des Guttempler Hilfswerkes und vom kooperierenden Neurologen geleistet wird. Das nächste Krankenhaus ist ca. 8 km entfernt.

Testpsychologische Diagnostik

Zur Objektivierung unserer psycho- und soziodiagnostischen Eindrücke sowie zur Erweiterung unseres Verständnisses der Persönlichkeitsstruktur, Psychodynamik und  Bewältigungsmechanismen der suchtkranken Patienten finden in unserer Klinik mehrere psychodiagnostische Testverfahren Anwendung.

Zu Beginn der Behandlung legen wir den Patienten obligatorisch im Sinne eines diagnostischen Screening das Freiburger Persönlichkeitsinventar (FPI-R) und das Borderline-Persönlichkeits-Inventar (BPI) vor.  Die Ergebnisse beider Fragebögen werden in Einzelgesprächen mit den Patienten mit Blick auf die Entwicklung und Aufrechterhaltung ihrer Suchtmittelabhängigkeit thematisiert. Für weitere differentialdiagnostische Fragestellungen, die sich im Laufe der Anamnese und der Behandlung ergeben, werden im Einzelfall weitere Persönlichkeitsverfahren wie der Gießen-Test, das Narzißmus-Inventar oder projektive Tests eingesetzt.

Neben der testpsychologischen Diagnostik, die sich auf die Persönlichkeitsstruktur, die Psychodynamik und das Selbstbild unserer Patienten bezieht, kommen bei Verdacht auf eine verminderte intellektuelle Leistungsfähigkeit entweder ein eher kultur- und sozialisationsunabhängiges sprachfreies Intelligenzdiagnostikum wie der Raven-Matrizen-Test (SPM) zur Anwendung oder der Wechsler-Intelligenztest für psychiatrisch Kranke (WIP), der gleichzeitig auch zur Unterstützung bei der Erfassung hirnorganischer Störungen verwendet werden kann. Hinweise auf das Vorliegen (meist substanzinduzierter) hirnorganischer Funktionsstörungen validieren wir mit dem Benton-Test bzw. mit dem Diagnosticum für Cerebral-Schädigung (DCS). Sowohl die Intelligenztests  als auch die Diagnostik  hirnorganischer Funktionsstörungen dienen uns zur Differentialdiagnose zwischen neurotischen und kognitiv bzw. cerebral bedingten Fähigkeitseinschränkungen und sind handlungsanleitend für unsere gezielte Therapieplanung.

Der psychotherapeutische Bereich

Neben dem therapeutisch-integrierten ärztlichen Bereich versorgen Diplom-Psychologen und Diplom-Sozialpädagogen / Diplom-Sozialarbeiter mit Weiterbildung in den verschiedenen therapeutischen Verfahrensweisen (siehe Abschnitt 3) unsere Patienten. Sie sind in der Integration verschiedener psychotherapeutischer Verfahren in eine individuell konzipierte Behandlung erfahren. Alle sind einem psychotherapeutisch fundierten Einsatz verpflichtet und in einer differenzierten, krankheitsbezogenen Anwendung ihrer Methodik erfahren. Besondere Weiterbildungen hat der Vertreter der Sport- und Körpertherapie.