Mahlertshof 4 • 36151 Burghaun

Lage der Klinik

Die Fachklinik Mahlertshof liegt ca. 3 km oberhalb der Gemeinde  Burghaun im Landkreis Fulda. Ein klinikeigener Fahrdienst stellt tagsüber die Verbindung in den Ort her. Die Gemeinde Burghaun hat einen eigenen Bahnanschluss an der Strecke Bad Hersfeld – Fulda, von dem aus Hünfeld als nächstliegende Stadt in etwa 3 Minuten und Fulda in ca. 15 Minuten zu erreichen sind. Zur nächsten Anschlussstelle (Hünfeld/Schlitz) der Autobahn A7 sind es wenige Kilometer. Vom Klinikgelände ist die nahe Rhön mit den Bergkuppen des „Hessischen Kegelspiels“ zu sehen.

Unsere Klinik liegt in landschaftlich schöner Umgebung  inmitten eines Dreiecks, das umgrenzt wird von der Barockstadt Fulda im Süden, dem nahen Burgenstädtchen Schlitz sowie den reizvollen Vogelsberg-Städten Lauterbach und Alsfeld im Westen, und der Bade- und Festspielstadt Bad Hersfeld im Norden. Zu diesen Orten benötigt man von Burghaun oder Hünfeld aus nur wenige Minuten Fahrzeit.

Ob in Hünfeld, ob in den Gemeinden Nüsttal, Rasdorf, Eiterfeld oder Burghaun – in allen Bereichen sind Anlagen für Freizeit und Erholung vorhanden, die unsere Patienten für sich und bei Besuchen mit ihren Angehörigen nutzen können.

Sie können sich mit Hilfe von Google Maps Ihren Anfahrtsweg anzeigen lassen. Klicken Sie dazu auf den Link "Hierher" in der Sprechblase der Karte

Kurzbeschreibung der Fachklinik Mahlertshof

Seit 1970 führt unsere Klinik Behandlungen bei Suchtkranken durch und ist als Fachklinik für Suchtkranke von allen Krankenkassen und Rentenversicherungsträgern anerkannt. Wir sind Mitglied im Bundesverband der Stationären Suchtkrankenhilfe (BUSS) in Kassel und im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband (DPWV).

Träger der Klinik ist das Guttempler-Hilfswerk e.V., Hamburg.

Die Patienten kommen zu uns auf Grundlage der Zusammenarbeit mit den verschiedenen Beratungsstellen und Facheinrichtungen, oder durch andere Organe, die im Gesundheitswesen im Bereich Sucht tätig sind. Die Vermittlung erfolgt auch durch betriebliche Beratung der Arbeitgeber und aus den verschiedenen Selbsthilfeorganisationen. Mit den in der Region niedergelassenen Ärzten besteht eine enge Zusammenarbeit.

Die Behandlung ist auf eine Dauer von in der Regel 8 bis 16 Wochen abgestimmt.

Am Aufnahmetag findet eine ausführliche ärztliche Untersuchung statt. Im Rahmen dieser Untersuchung wird u.a. auch die Belastbarkeit im Sport und in der Arbeitstherapie besprochen. Gegebenenfalls werden vom Arzt physiotherapeutische Anwendungen verordnet.

Die Gesprächspsychotherapie gliedert sich in zwei Abschnitte: Gruppen- und Einzeltherapie, wobei  bestimmte Therapieformen mit ihrer unterschiedlichen Sichtweise gleichrangig nebeneinanderstehen.

Die Gruppentherapie findet an vier Vormittagen in der Woche für je 90 Minuten statt. Dazwischen liegen verschiedene Indikationsgruppen von gleicher Zeitdauer.


An jedem Montagabend findet in wechselnder Leitung durch eine Patientengruppe ein  Plenum mit allen Patienten statt, dessen thematische Gestaltung von den Patienten übernommen wird. Hier soll im Wesentlichen geübt werden, eigene Themen zu finden und zu formulieren.    

Sie haben die Möglichkeit, Angehörigen- oder Partnerbesuch zu erhalten - auch mit Kindern. Dabei werden unabhängig von dem dreitägigen Angehörigenseminar pro Behandlungszeit Gespräche mit Mitarbeiterinnen oder Mitarbeitern geführt.

Für Patienten, die einer Arbeitsvermittlung, Umschulung oder Förderung bedürfen, besteht eine gute Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit.    

Um die Erhaltung der erreichten Abstinenz nach der Therapie zu stabilisieren, wird eine enge Verbindung zu Selbsthilfegruppen, Freundeskreisen und ehemaligen Patienten gepflegt. Sie können diese Gruppen in der Nähe der Klinik besuchen, auch kommen Vertreter aus Abstinentengruppen zur Vorstellung in die Einrichtung.

Als weitergehende Abstinenz wäre auch zu überprüfen, in welchem Rahmen es unseren Patienten möglich ist, ihre Nikotinabhängigkeit zu reduzieren oder aufzugeben.

Die Haus- und Therapieordnung als diagnostisches Mittel

Eine Voraussetzung für die Teilnahme der Patienten an der Therapie ist das Regelwerk der so genannten Hausordnung. Üblicherweise gelten Hausordnungen allein als Leitfaden zur Reglementierung. Es ist in ihnen niedergelegt, was vor allem verboten, andererseits, was verpflichtend ist.

Unsere Hausordnung entspricht nur zum Teil dieser Definition. Sie dient

a)    zunächst der Aufrechterhaltung eines Minimums an Ordnung. Ergänzend sind einige Grenzen gezogen, welche die Patienten mit ihrem Suchtverhalten konfrontieren sollen. Die Hausordnung ist dadurch ein Maß gegen die vorher gelebte Maßlosigkeit.

b)    Weit wichtiger ist die Funktion der Hausordnung als Hinweis für Übertragungen. Die Stellen, an denen sie übertreten wird, werfen ein Licht  - das postulieren wir - auf Verhaltensprobleme der Patienten in bestimmten Situationen.

Wir erklären die Hausordnung zur Schwelle personalen Handelns. Das heißt, wir unterstellen, dass eine Hausordnungsübertretung nicht nur einen Blick freigibt auf die rigide Klinikvorschrift oder auf Verhaltensmerkmale in der Patientenschaft, sondern dass auch ein personaler Anteil des die Hausordnung übertretenden Patienten sichtbar wird.

Leitung, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Klinik

Die Klinik wird von einem Team geleitet, dem Mitarbeiter der drei Disziplinen Medizin, Sozialpädagogik/Sozialarbeit und Psychologie angehören.  Diese Struktur der Leitung gewährleistet, dass wir unsere Patienten tatsächlich multidisziplinär behandeln, unter  Berücksichtigung von medizinischen, psychologischen und sozialtherapeutischen Aspekten. Sucht ist eine komplexe Erkrankung, die Körper, Psyche, soziale Beziehungen, berufliche und psychosoziale Entwicklungen in Mitleidenschaft zieht und einer ebenso breit angelegten Behandlung  von medizinischer Betreuung bis hin zur Schuldnerberatung bedarf.

Durch diese multidisziplinäre Struktur erfährt das Leitungsteam eine Veränderung im Bewusstsein seiner Arbeit, die unseren Patienten zugute kommt. Sie verhütet die Fixierung auf die Grenzen einer Disziplin, was  zwangsläufig das Ausblenden wichtiger Aspekte in der Arbeit mit Abhängigen zur Folge hätte.   


Zu den therapeutischen Mitarbeiterinnen  und Mitarbeitern zählen neben dem Arzt, dem Pflegepersonal, dem medizinischen Bademeister und dem Masseur die Diplom-Psychologen, Diplom-Sozialarbeiter, Diplom-SozialpädagogenInnen und ErgotherapeutenIn. Alle therapeutischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nehmen regelmäßig an Fortbildungsveranstaltungen teil, wie sie von der Deutschen Hauptstelle gegen Suchtgefahren, dem Gesamtverband für Suchtkrankenhilfe oder anderen Trägern angeboten werden.

Die therapeutischen Mitarbeiter, die für die Einzel- und Gruppentherapie verantwortlich sind, besitzen eine Zusatzausbildung in Psychodrama, Gestalttherapie, klientenzentrierter Gesprächstherapie, kognitiver Verhaltenstherapie und psychoanalytisch orientierter Einzeltherapie und Gruppen-(gesprächs-)therapie.

Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter finden regelmäßig Intervision und Supervision statt.

Qualitätssicherung

Im Rahmen unserer Mitgliedschaft im Bundesverband der stationären Suchtkrankenhilfe nehmen wir an der wissenschaftlichen Begleitung durch die SEDOS/EBIS  AG (IFT) teil. Werden innerhalb des EBIS2001-Fragebogens im wesentlichen wichtige soziodemographische  Daten und Angaben zu spezifischen Störungsbildern sowie des Verlaufs der Therapie (anhand von äußeren Veränderungen) erfragt, so führen wir darüber hinaus eigene Maßnahmen zur Qualitätssicherung durch.

Hierzu gehört einerseits die Beteiligung am Einsatz des von den im BUSS vereinigten  Fachkrankenhäusern entwickelten Fragebogens, der den Patienten zum Ende der Therapie vorgelegt wird.  Die Befragung erfasst das Erleben des Patienten in bezug auf Selbsteinschätzung des Verlaufs seiner Therapie sowie eine Beurteilung der Klinik hinsichtlich unterschiedlicher Fragestellungen. (Die aktuellen Ergebnisse aus dieser Befragung können jederzeit abgerufen oder von interessierten Stellen angefordert werden). Darüber hinaus schreiben wir  ehemalige Patienten nach ca. einem  Jahr an mit der Bitte, uns in unserer Arbeit zu unterstützen und uns u.a.  Auskunft darüber zu geben, was innerhalb der Therapie nach eigener Einschätzung am meisten weitergeholfen oder was nach ihrer Sicht eventuell gefehlt hat. Wichtig an diesem Fragebogen ist uns, wie die therapeutische Beziehung zum jeweiligen Einzeltherapeuten noch in Erinnerung geblieben ist. Dies in dem Wissen, dass nicht die Wahl der Methode das Wesentliche am Erfolg einer Therapie darstellt, sondern die Beziehung zum zuständigen Therapeuten von grosser Bedeutung ist.

Die Erkenntnisse aus unserer wissenschaftlichen Begleitung werden so weit wie möglich in unserer praktische Arbeit umgesetzt. Hierzu gehört eine gezielte Weiterbildung aller  Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich aus der wissenschaftlichen Arbeit ergibt. So werden zum Beispiel im Falle einer Häufung bestimmter Störungen bei unseren Patienten gezielte Weiterbildungsmaßnahmen zu diesen Themen angeboten.